5. Juni 2026
Alltagsrisiken beim Radfahren: Gefahren nicht unterschätzen
Die meisten Risiken sind bekannt. Kritisch wird es erst, wenn man das alltägliche Umfeld unterschätzt. Die folgenden Punkte und die anschließende Auswertung basieren auf meiner eigenen Erfahrung.
1. Nässe und Kopfsteinpflaster
Nässe und Pflastersteine sind eine miese Kombination. Fahrbahnmarkierungen, Schienen und Kanaldeckel werden bei Regen schlicht zur Schmierseife. Auf feuchtem Kopfsteinpflaster geht die Bodenhaftung vollends gegen Null, das Rad springt und das Profil hat keine Auflagefläche.
2. Niedrige Bordsteine im spitzen Winkel
Wer flache Bordsteinkanten in einem sehr spitzen Winkel anfährt, hebelt sich verlässlich selbst aus. Das Vorderrad klettert nicht, sondern rutscht einfach an der Längskante ab.
3. Schlafmangel
Schlafmangel, Unkonzentriertheit, Reaktionsschnelligkeit reduziert.
Empirische Falldaten und Ereignisanalyse
Zur Veranschaulichung dient die nachfolgende Auswertung der eigenen Fahrleistung.
1. Systemparameter und Exposition
- Beobachtungszeitraum: 25.08.2025 bis 04.06.2026
- Gesamtfahrleistung: 5.950 km
- Inzidenzrate: 2 Sturzereignisse (entspricht ~0,34 Stürzen pro 1.000 km)
2. Ereignisprotokoll
Ereignis 1
- Szenario: Schräges Überqueren eines niedrigen Bordsteins, ~12 km/h
- Wetter: Regennasse Fahrbahn bei Regen
- Spezifischer Risikofaktor: Metall-Begrenzungsausführung der Kante
- Schutzausrüstung (Hände): Gummierte Handschuhe (nur Handfläche) ohne Fingerknöchel Schutz, leichtes Textil
- Verletzungsfolge (Körper): Schürfwunden
- Verletzungsfolge (Hände): Starke Prellung an linkem Handballen und Gewebeschaden am Fingerknöchel des kleinen Fingers
Ereignis 2
- Szenario: Linksabbiegen in eine Vorfahrtsstraße, ~12 km/h
- Wetter: Regennasse Fahrbahn, kein Regen
- Spezifischer Risikofaktor: Verkehrsberuhigter Kopfsteinpflaster-Abschnitt, Schlafmangel in der Nacht davor
- Schutzausrüstung (Hände): Motorrad-Leder/Textil-Handschuhe
- Verletzungsfolge (Körper): Rippenprellung, Schürfwunden
- Verletzungsfolge (Hände): Keine (Schutz durch Protektion)
3. Ende
Beim ersten Ereignis boten die leichten, gummierten Handschuhe unzureichenden Schutz, was bei Bodenkontakt direkt zu einer starken Prellung und Verletzungen an der Hand führte. Immerhin keine Hautverletzung am Ballen aufgrund der Gummierung. Beim zweiten Ereignis kam es trotz höherer Aufprallenergie am Rumpf (Rippenprellung) zu keinen Handverletzungen. Der Leder-Ballenschutz an den Handschuhen hat mir geholfen.
Weiteres